Das Orchester


Foto: Thomas Merkenich
Foto: Thomas Merkenich

Das Sinfonieorchester Bergisch Gladbach entstand aus einem kleinen Musizierkreis, der sonntags im Wohnzimmer des ersten musikalischen Leiters Helmut Zernack zusammenkam. 1968 wurde daraus der gemeinnützige Verein Kammerorchester Bergisch Gladbach e.V. gegründet. Manfred Klink übernahm 1972 die musikalische Leitung, sein Nachfolger wurde 1998 Dr. Stefan Kames. Seit Januar 2013 leitet Dr. Roman Salyutov das Orchester.

 

Ein besonderer Höhepunkt in der Orchestergeschichte war 2003 die deutsche Erstaufführung der Schottischen Fantasie für Viola und Orchester von Walter Braunfels. Dieser war Gründungsrektor der Kölner Musikhochschule und wurde nach der Machtergreifung von den Nazis entlassen. Nach der Uraufführung des Werkes in der Schweiz 1933 galt das Notenmaterial als verschollen, bis Dr. Stefan Kames aus dem in Winterthur wiedergefundenen Orchestermaterial die Partitur rekonstruieren konnte. Unsere Aufführung mit dem Bratscher Ulrich von Wrochem als Solist war ein großer, viel beachteter Erfolg.

 

Ein weiteres denkwürdiges Konzert war 2006 die Aufführung der Violinkonzerte von Schostakowitsch und Kabalewski mit Klaus dem Geiger.

 

Die gestiegene Mitgliederzahl, die Erweiterung des Repertoires sowie Engagements außerhalb Bergisch Gladbachs waren Anlass, das Orchester im März 2015 in Sinfonieorchester Bergisch Gladbach e.V. umzubenennen.

 

Nach erfolgreichen Konzerten mit der Eroica von Beethoven und der 1. Sinfonie von Brahms war die Aufführung von Beethovens Neunter in Zusammenarbeit mit dem KonzertChor Bergisch Gladbach ein Meilenstein: Das Konzert am 4. Oktober 2015 wurde mit großer Begeisterung aufgenommen und war der krönende Abschluss der Festwoche zum 25-jährigen Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung.

 

Im Jahr 2016 stellte das Gastspiel in Monheim am Rhein mit Brahms Vierte Sinfonie einen neuen Höhepunkt dar. Das Werk wurde noch zwei Mal in Bergisch Gladbach aufgeführt, auf Einladung des Lions-Clubs und beim Sinfoniekonzert "Hommage an Brahms". Außdem erarbeitete das Orchester im selben Jahr die Sinfonie in d-Moll von César Franck.

 

Ein besonderes Erlebnis war dann 2017 das Debüt des Orchesters im Forum Leverkusen, einem Konzertsaal mit fast 1.000 Plätzen. Brahms Violinkonzert und Beethovens Siebte Sinfonie wurde mit standing ovations von einem vollen Saal angenommen.

 

Ein völlig neues Format und neue Herausforderungen für das Orchester bot 2018 die szenische Aufführung von Mozarts Don Giovanni in Bergisch Gladbach (hier finden Sie Videos, Vor- und Nachbesprechung, sowie Fotoreportagen zu Don Giovanni im Bürgerportal in-gl.de) als erste eigenständige Opernproduktion in Bergisch Gladbach - mit einem einheimischen Opernteam und dem Sinfonieorchester Bergisch Gladbach im Orchestergraben und als Bühnenorchester.

 

Anlässlich unseres 50-jährigen Bestehens haben wir im Mai 2018 unser Debüt in der Tonhalle der Landeshauptstadt Düsseldorf gegeben - vor 1800 Zuhörern.

 

Die Jahre 2018 - 2019 haben uns außerdem solche neuartigen Erlebnisse beschert, wie die Aufführung der beiden Klavierkonzerte von Brahms faktisch ohne Dirigent, indem unser Leiter die Solopartien übernommen hat. Auch die Geographie unserer Auftritte hat sich erweitert - bis München.

 

Nach den mageren Corona-Jahren, in denen trotz der erheblichen Restriktionen im Kulturbetrieb wir 2020 in reduzierter und 2021 sogar schon in voller Besetzung - online wie auch live an verschiedenen Orten - präsent waren, konnten wir 2022 sehr aktiv durchstartet und mit zehn Auftritten in drei Bundesländern den Rückstand der Corona-Zeit schnellstens nachholen. Unter den gespielten Werken waren beispielsweise "Ein Deutsches Requiem" von Brahms sowie unsere zweite Opernproduktion - "Die Fledermaus" von Strauß.  

 

Im Jahr 2023 haben wir so gut wie eine Weltpremiere gefeiert - Rachmaninovs Klavierkonzert Nr. 3, eins der ultimativ schwierigsten Werke der ganzen Musikliteratur mit unserem Dirigenten am Klavier, also ohne klasissche Orchesterleitung, mehrmals aufgeführt.    

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